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Interview Geiling

Von Anfang an dabei
 
 
Günther Geiling ist mittlerweile 60 Jahre alt, seit über 20 Jahren als Vorstand im Jugendzentrum Hofheim tätig und es macht ihm immer noch Spaß. Er hat seit 1979 aktiv bei der Planung und der Gründung des Zentrums mitgewirkt und ist stolz auf das Erreichte und die Entwicklung des Jugendzentrums.

FRAGE: Wie kam es eigentlich dazu, dass Sie damals an der Gründung des Jugendzentrums beteiligt waren und wieso übernahmen Sie die ehrenamtliche Aufgabe des Vorstandes?

Günther Geiling: Damals wie auch heute haben sich die Jugendlichen am "Maulaffeneck" getroffen. Es waren aber noch wesentlich mehr als heute, die dort standen, denn es hat ja noch keine spezielle Jugendeinrichtung in Hofheim gegeben. Die Idee kam aber eigentlich von Werner Mock. Ihm ist zuerst aufgefallen, dass immer mehr Jugendliche an diesem Eck sitzen. Im Sommer mag das ja auch eine gute Lösung sein, aber wenn es kalt wird, brauchen die Jugendlichen einen festen Raum, um sich dort zu treffen. Werner und ich haben uns dann mit den Jugendlichen in Verbindung gesetzt und festgestellt, dass bei den Jugendlichen Interesse für einen Raum extra für sie besteht. Später kam Andreas Schmitt dazu und hat uns unterstützt. Nachdem klar war, dass die Jugendlichen bereit waren, aktiv an der Gründung eines Jugendzentrums mitzuwirken, haben wir uns mit dem damaligen Bürgermeister Hans Wacker in Verbindung gesetzt. Auch er war der Idee gegenüber aufgeschlossen und so hat es dann mit viel Engagement geklappt.

Wie kam es zu dem für ein Jugendzentrum doch recht ungewöhnlichen Konzept mit einer ehrenamtlichen Vorstandschaft?

Geiling: Es war wirklich sehr ungewöhnlich, vor allem für die damalige Zeit, dass Jugendliche einen Verein gegründet haben. Aber die Stadt und der Bürgermeister wollten das Projekt nur unterstützen, wenn sie feste Ansprechpartner haben und das Jugendzentrum organisiert wird. Dass der Vorstand aus Ehrenamtlichen besteht, ist wohl einfach dadurch zu erklären, dass nicht genügend Geld zur Verfügung stand. Außerdem sollten die Jugendlichen ja auch selbst mitreden können. Ich finde, dass diese Zusammensetzung aus ehrenamtlichen Leitern und verlässlicher Unterstützung durch die Stadt optimal für ein Jugendzentrum ist. Viele andere Konzepte sind gescheitert, weil sie entweder keine feste Organisation hatten oder einfach nicht genügend Unterstützung aus der Bevölkerung kam.

Was würden Sie außerdem als wichtige Punkte ansehen, die zum Funktionieren eines Jugendzentrums nötig sind?

Geiling: Als erstes bin ich der Meinung, dass eine gewisse Kontinuität vorhanden sein muss. Es sollten Erwachsene da sein, die sich bereit erklären, über einen längeren Zeitraum hinweg den Jugendtreff zu leiten. Es kommt ja ungefähr alle fünf bis sechs Jahre zu einem Generationswechsel, wie auch im Hofheimer Jugendzentrum. Dass in diesem Fall etwas Beständiges da ist, wie eben auch der Vorstand, ist extrem wichtig. Aber in Hofheim sind auch noch andere Faktoren ausschlaggebend. Zum einen sind das die direkten Anwohner. Das Jugendzentrum hat einen Vorteil, der zugleich auch sein Nachteil ist. Es liegt mitten in der Stadt. Und wo viel Jugendliche sind, ist es meist auch etwas lauter. Dass die Nachbarn des Jugendzentrums über 20 Jahre lang derart tolerant waren und auch immer mit sich reden ließen, hat wohl auch dazu beigetragen, dass das Jugendzentrum heute noch existiert. Aber auch die Bürgermeister und der Stadtrat haben immer geholfen, wenn der Treff etwas brauchte. Vor allem Bürgermeister Erwin Borst hat sich sehr für die Jugendlichen und diese Einrichtung eingesetzt und er stand voll und ganz hinter uns. Ein weiterer wichtiger Faktor ist meiner Meinung nach, dass ich als Vorstand auch im Stadtrat bin. Somit war ich auch mit einem Bein in dem Gremium, in dem die Entscheidungen getroffen werden und konnte mich gut für das Jugendzentrum einsetzen. Zum Schluss muss ich sagen, dass das Jugendzentrum eigentlich hauptsächlich durch die Jugendlichen selbst bestehen bleibt. Nur wenn Bedarf da ist, ist auch das Jugendzentrum nötig. Und es ist sehr schön zu sehen, dass es bis jetzt immer Jugendliche gab, die sich hierbei übermäßig stark engagiert haben und damit den Treff auch ein Stück weit mit am Leben gehalten haben. Hier möchte ich vor allem den Einsatz von Thomas Saal, Joachim Barth, Thomas Amend und Daniel Fischer loben. Das sind die Vertreter der verschiedenen Generationen, die das Juz schon miterlebt hat, die am Erhalt nicht unwesentlich beteiligt sind.

Gab es nicht auch manchmal Probleme oder schlechte Zeiten?

Geiling: Sicherlich gibt es immer mal Probleme. Interessant war vor allem in der Gründungszeit, dass Vereine eine Abwehrhaltung gegen das Jugendzentrum eingenommen hatten, da sie fürchteten, dass so ihr Nachwuchs abgeworben wird. Diese Befürchtungen waren selbstverständlich unbegründet. Aber auch mit den Jugendlichen selbst gab es manchmal Probleme. Da musste man zu manchen Zeiten einfach auch mal den Hahn etwas zudrehen, um das wieder in Ordnung zu bringen. Es gab auch schon Zeiten, in denen das Juz nur selten oder gar nicht auf hatte, weil Verschiedenes nicht so gelaufen ist, wie es sollte.

Sie sind jetzt schon so lange dabei und haben auch sehr viel Einsatz gezeigt, denken Sie nicht auch manchmal ans aufhören?

Geiling: Sicherlich denke ich ab und zu daran. Das Jugendzentrum ist mittlerweile über 20 Jahre alt und irgendwann muss man los lassen. Seine Kinder muss man ja auch ziehen lassen, wenn sie erwachsen sind und ich denke, dass das Juz schon lange erwachsen ist. Ich mache aber auf jeden Fall so lange weiter, wie ich gebraucht werde. Auch wenn ich einmal aufhöre, werde ich auf jeden Fall bereit sein zu helfen, wenn Probleme auftreten sollten. Sollte Daniel Fischer im nächsten Jahr tatsächlich den Sprung in den Stadtrat schaffen, ist es vielleicht schon so weit. Dann wäre auf jeden Fall gesichert, dass das Juz auch weiterhin ein sicheres Standbein hat und einen Vertreter, der die Interessen der Jugendlichen auch im Stadtrat vertreten kann.

Wenn Sie zurückblicken, was nehmen sie aus der bisherigen Zeit aus dem Jugendzentrum mit?

Geiling: Ich muss sagen, dass ich keinen Tag bereue, den ich tätig war. Und da bin ich auch nicht ganz uneigennützig. Ich habe so viel gelernt, konnte mich mit den Problemen der Jugendlichen auseinander setzen und habe so auch immer Kontakt und eine gewisse Art von Verständnis für die Jugendlichen bewahren können. Ich habe außerdem viele verschiedene Leute dadurch kennen gelernt, mit denen ich sonst wohl nie ein Wort gewechselt hätte. Insgesamt betrachtet, macht es mir sehr viel Spaß mit und für die Jugendlichen zu arbeiten und ich bereue auf keinen Fall, dass ich mich damals für diese Arbeit entschieden habe.

Ihre Arbeit war teilweise auch sehr arbeits- und zeitintensiv. Gab es auch manchmal Probleme in der Familie deswegen?

Geiling: Meine Frau hat schon manchmal gemeckert. Ich habe in den 20 Jahren auch zusammengerechnet gut fünf Jahre allein im Juz verbracht und dass meine Frau da auch manchmal sauer wurde, ist ja verständlich. Auch wenn wir früh manchmal weg fahren wollten und ich dann sage, dass ich noch Kasse machen muss, ist das nicht so toll, aber ich bereue nichts davon und ich bin sehr froh, dass ich so viel Zeit mit den Jugendlichen verbringen kann, auch wenn meine Frau schon manchmal gesagt hat: "Jetzt reicht's". Ich glaube ich würde alles wieder genauso machen und ich bin auf jeden Fall auch stolz auf das Erreichte. Ich habe auch manche Dinge gemacht die nicht so geklappt haben, wie ich es wollte, aber das Jugendzentrum ist eines der Projekte, die besser eigentlich nicht hätten laufen können.



   
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